BERUF (SYNCHRON-)SPRECHER

In Deutschland werden jährlich mehr als 300 Spielfilme synchronisiert. Hinzu kommen zahlreiche Fernsehserien, pro Jahr mehrere tausend Episoden und Einzelproduktionen. Entsprechend häufig werden Synchronsprecher für Haupt- und Nebenrollen besetzt. Doch nicht nur bei der Lippensynchronisation sind gute Sprecher gefragt, sondern auch im Hörfunk, bei TV-Magazinen und Dokumentationen, in Nachrichtenprogrammen, Multimediaproduktionen und vor allem im Commercialbereich.

Grob geschätzt gibt es derzeit zwischen zwei- und dreitausend Menschen in Deutschland, die ihr Geld damit verdienen, Hustensaft anzupreisen, TV-Programme anzukündigen, amerikanische Stars zu synchronisieren, Anrufbeantworter großer Unternehmen zu besprechen, aus Baumarktvideos zu blubbern, Hörbüchern Leben einzuhauchen oder aktuelle Nachrichten zu verbreiten. Nur wenige tun dies als Festangestellte, die meisten arbeiten freiberuflich.

Ob Synchronstimme eines amerikanischen Stars oder Präsentator von Reportage-Magazinen, ob Werbestimme oder gefragter Imitator - die Wege dorthin sind so unterschiedlich wie die Sujets. Der Beruf des Sprechers ist eben kein klassischer Lehrberuf. Um dorthin zu gelangen, sind Schauspielunterricht und/oder Sprecherziehung empfehlenswert. Jedoch auch intensives, autodidaktisches Training kann zum angestrebten Ziel führen.

Die Präsentation des erarbeiteten Stimmrepertoires erfolgt über eine Demo-CD und/oder Castingtermine. Hier sollten die eigenen Stärken möglichst optimal zum Ausdruck kommen. Für Newcomer ist es daher sinnvoll herauszufinden, für welche Bereiche das eigene Talent, die individuelle stimmliche Ausdruckskraft am besten geeignet erscheint ...

(aus dem Vorwort zum E-Book DAS SPRECHERHANDBUCH)

Synchronstudios bestehen aus zwei Räumen: dem Aufnahmeraum und dem Regieraum – vornehm „Regieloge“, im Branchenslang schlicht „Regie“ genannt. In der „Regie“ arbeitet neben dem Regisseur auch der Tonmeister. Im Aufnahmeraum ist neben den Sprechern auch ein Cutter tätig, der für das exakte Timing der Synchronisation zuständig ist.

Die „Aufnahme“ teilt sich außerdem in zwei akustische Bereiche: ein Mikrofon für Stimmen, die Bilder synchronisieren, welche in Innenräumen spielen. Und ein weiteres Mikro für Aufnahmen mit Außenatmosphäre, also von Straßen, Parks, Landschaften. Dieser Bereich ist speziell schallgedämpft, damit die Aufnahme später nicht klingt wie in einem Zimmer, dessen Wände den Schall reflektieren würden. Da die Schalldämpfung häufig durch einen dichten Vorhang erfolgt, der um das Mikro herum gelegt ist, wird dieser Studioteil auch das Zelt genannt.

Beide Bereiche – „Regie“ und „Aufnahme“ - sind in der Regel durch eine Glasscheibe getrennt, die Sichtkontakt ermöglicht. Sowohl in der „Regie“ als auch in der „Aufnahme“ befinden sich große Monitore, auf denen die zu synchronisierenden Takes abgespielt werden. Diese Takes sind kurze Ausschnitte aus der jeweiligen Produktion. Sie umfassen meist nicht mehr als ein oder zwei Sätze, manchmal auch nur einen Atmer.

Ein 9O Minuten langer Film kann aus mehr als tausend solcher Takes bestehen.

Der Regisseur gibt die Nummer des zu sprechenden Takes an, der Sprecher sucht die Stelle im Synchronbuch heraus und prägt sich den Satz oder die Sätze rasch ein. Sodann spielt der Tonmeister den Take in Originalfassung auf dem Monitor oder der Leinwand ein. Mit einer Taste am Sprecherpult kann der Originalton – also die Stimmen der Originalfassung - abgehört werden, um einen Eindruck der emotionalen Stimmung in der Szene zu erhalten.

Nun kommt das beinahe Wichtigste beim Synchronsprechen: das Timing. Vor jedem Take läuft eine Art umgekehrter Count-down in Ziffern über den Bildschirm: „1“, „2“, „3“. Auf „4“ (im Bild nicht mehr sichtbar) beginnt der Take. Dies ist meist auch schon der Moment, in dem die erste Lippenbewegung bzw. der erste Laut synchronisiert wird. Ein kleiner Trick hilft dabei, den Einsatz nicht zu verpassen. Man zählt sich dabei selbst rhythmisch an: "Fünf, vier, gleich geht's (los): Ich liebe dich, Jack!" Das "los" wird direkt durch den Synchrontext ersetzt, also nur "gedacht". Dann sitzt es.

(aus dem E-Book DAS SPRECHERHANDBUCH, Kapitel "Die Arbeit im Synchronstudio")

DAS SPRECHERHANDBUCH (E-Book)
- Ausbildung und Praxis bei
Film, TV, Funk und Werbung -

Uwe Herzog beschreibt die Ausbildungswege und Einsatzbereiche für Sprecherinnen und Sprecher und gibt wichtige Tipps zu Selbstvermarktung, Honoraren und der Eigenproduktion von Sprachaufnahmen. Das Handbuch basiert auf langjähriger Praxiserfahrung - der Autor war selbst mehr als 15 Jahre erfolgreich als Sprecher für TV-Sender, Werbeagenturen, Synchronstudios und Hörbuchverlage tätig. Themen dieses E-Books sind u.a.: Arbeit im Synchronstudio, Werbespotproduktionen, Industrie- und Imagefilme, Arbeit beim Rundfunk, Hörbuchproduktionen, Das eigene Studio, Honorare u.v.m.

Besser kann man Neulingen in diesem Geschäft das Business nicht erklären und alten Hasen dabei auch noch eine Menge neuer Informationen vermitteln.
RAINER MARIA EHRHARDT, Vorsitzender des Verbands Deutscher Sprecher (VDS)

Das Buch ist wirklich gelungen. Da weiß jemand, wovon er redet und kennt das Geschäft. Wirklich sehr erfrischend. Besonders die Kapitel über Synchronarbeit, Einsatzgebiete, technische Abläufe und auch den Bau eines eigenen Studios sind hochinteressant. Da ist eine Lücke geschlossen worden. Uneingeschränkt empfehlenswert!
MICHAEL ROSSIÉ, Sprechtrainer und Fachautor

DAS SPRECHERHANDBUCH gibt einen echten Einblick in die Praxis der Branche, die der Autor als langjähriger Profi gut kennt. Sehr zu empfehlen.
FIND-A-VOICE, Sprechersuchmaschine


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DAS SPRECHERHANDBUCH ist derzeit (ausschließlich) als "Kindle" E-Book bei Amazon erhältlich. Ein spezieller Reader ist nicht unbedingt erforderlich, da "Kindle" E-Books auch auf PC, MAC, iPAD, iPhone etc. gelesen werden können.

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